KUNST MUSIK TANZ

Die jungen Künstlerinnen, Mirjam Laetitia Haag am Klavier und die Tänzerin Elisa Flöss, setzten ausgewählte Werke von Manfred Luz in ihre jeweilige Kunstform um. Ein Konzert, das die Künste - Malerei, Musik und Tanz - auf das Beste vereinte.

Einführungsrede (Auszüge)


Obwohl von Werken der Malerei ausgegangen wird, sollen – Tanz und Musik – frei, selbstbestimmt und in sich vollendet bestehen dürfen und Geltung erlangen. Keine der drei Künste soll sich in den Dienst der anderen gestellt sehen, keine die jeweils andere erklären oder erhellen müssen, so als würde die Form und Ausdruckskraft des jeweiligen Künstlers nicht ausreichen, dies allein für sich schon erfüllen zu können. Die drei Künste sollen vielmehr zusammenkommen, um etwas Neues, ganz Eigenes vorzustellen. Etwas, das Sie inspiriert und erfreut und das, wie es Kunst eigen ist, einen Prozess der Selbstvergegenwärtigung in uns anstößt.


Aus dem malerischen Werk von Manfred Luz wurden insgesamt 10 Werke zu drei Themenkomplexen ausgewählt:


Der erste Konzertabschnitt widmete sich dem Thema Natur & Kosmos. Der Bogen spannt sich hier vom "Flug der Samen" aus dem Jahr 2020 zum Bild einer "Keimung" ebenfalls aus dem Jahr 2020, die, weil oft im Verborgenen sich vollziehend und trotz all unserer Kenntnisse darüber, ein Geheimnis umgibt und eines besonderen Schutzes bedarf. Sie steht für den Beginn alles Lebendigen, bedeutet Leben!


Flug der Samen und Keimung sind zwei wichtige Vorgänge in der Natur, die wiederum in Zusammenhang gesehen werden müssen mit der großen Ordnung des Welten-Kosmos, als einer uns alle umgebenden Ordnung und Struktur – das Gesamtgefüge: Leben im Universum. Von dieser uns bestimmenden Ordnung spricht ML in seinem Werk „Kraft der Gestirne“ aus dem Jahr 2017.


"HEARTBEAT" aus dem Jahr 2020 beschreibt den Lebenspuls, die Vitalität eines Menschen in der Darstellung eines freudig und stark schlagenden Herzens. In Folge "Mensch und Kalvarie" (Bretagne) aus dem Jahr 1994 und "Schattenfrau"

(2021). In diesen beiden Bildern geht es um Krisensituationen des Menschen – Lebensmomente, die auch die Akzeptanz des Todes, des eigenen wie den seiner Nächsten, einschließen.



Im letzten Bild dieses Konzertteils geht es um die menschliche Bereitschaft zur Konfliktlösung. Zwischenmenschlich verworrene oder gar schwierige Situationen angehen und so den Knoten lösen – darauf wird unser Blick gerichtet. Für Manfred Luz bedeutet dies zunächst ein - „Sich öffnen“ - und dann „den Knoten lösen“. Beim Zustand des „sich Öffnens“ muss ein Mensch ausatmen, sonst wird es kein „sich öffnen“. Gleichwohl ist Atmung ein autonomer Vorgang, der nur bedingt dem menschlichen Willen unterworfen werden kann und sollte. Von der "Gnade des Atemholens" sprach Johann Wolfgang von Goethe in seinem berühmten gleichnamigen Gedankenbild: Atmen bedeutet leben und das Leben stellt sich dar als der stetige Wechsel zwischen dem Zustand der Anspannung und Entlastung.


Der letzte Teil des Konzerts knüpft an den Beginn an, d.h. die zyklische Erneuerung der Natur, die im Werk von ML so prominent aufscheint und die der Künstler als spielerisch ewig junge und dynamische Kraft beschreibt. Wir nehmen Bezug auf die freudigen Bilder der Werkserie "Farben und Energien" von 2019 bis 2021, insbesondere

"Spiel der Energien": Natur und Welt erscheinen als heiter-farbige Kraftfelder in denen der Mensch - gerade in Zeiten der Krise - zu Optimismus ("Der Optimist", 2019) und Freude ("Klang der Freude", 2018) zurückfinden kann.

Freude und Lebensmut sind die Triebfedern für ein geglücktes Leben – so beschrieb es schon Friedrich Schiller in seiner berühmten „Ode an die Freude“.