"Kunstmuseum Manfred Luz feiert 12-jähriges Bestehen" - RTF 1 Fernsehen, 11. Juni 2022

Im Juni 2010 wurde das Kunstmuseum Manfred Luz in Ammerbuch-Entringen eröffnet. Seither haben dort viele Ausstellungen, Konzerte und festliche Abende stattgefunden. Das aus Eigenmitteln finanzierte Kunstmuseum zeigt dabei die vielfältigen Arbeiten des mittlerweile 92-jährigen Künstlers. Am Freitagabend feierte das Kunstmuseum seinen 12. Geburtstag und präsentiert das ganze Wochenende über auch die von RTF.1 produzierte Filmdokumentation „Manfred Luz - Einblicke in mein künstlerisches Werk.“


Das Kunstmuseum Manfred Luz befindet sich in der Bebenhauser Straße in Ammerbuch-Entringen, am Rande des Schönbuchs. Auf dem Grundstück mit dem idyllischen Park betrieb Manfred Luz früher als Gastronom sein Restaurant „Im Gärtle", im Wohnhaus arbeitete er in seinem Atelier an seinen Kunstwerken. Als er für diese mehr Platz benötigte, verwirklichte er sich im Jahr 2010 den Traum eines eigenen Kunstmuseums.


"Einblicke in mein künstlerisches Werk"

An diesem Wochenende feiert es jetzt seinen 12. Geburtstag – mit vielen Gästen und Freunden des Hauses. Gezeigt wurde erstmals auch die von RTF.1 produzierte Dokumentation über das Leben von Manfred Luz, der im Mai stolze 92 Jahre alt geworden ist.

Geboren als Bauernsohn, war sein Leben nicht klar vorgezeichnet – sein Talent brachte ihn schon früh zum Studium an die Kunstakademie in Freiburg . Die Dokumentation mit dem Titel „Manfred Luz – Einblicke in mein künstlerisches Werk" hinterließ auch einen bleibenden Eindruck bei den Besuchern. Nicht nur von seinem Lebensweg und den verschiedenen Schaffensperioden, sondern auch von den jüngeren, farbenfrohen Werken sind die Besucher begeistert.

Diese farbfrohen Gemälde, die sich von seinen früheren Arbeiten unterscheiden, entstanden während der Corona-Pandemie. Gerade die Einsamkeit habe ihn sehr inspiriert. Die jüngsten Werke zeigen jetzt wieder eine andere Richtung. Manfred Luz beschreibt sie selbst als graphischer, mit wenigen, einfachen Motiven, aber dennoch spannungsvoll. Er konnte jetzt den ganzen Balast, den er auch in seiner Malerei mitgetragen habe, einfach fallen lassen, wodurch diese einfachen Formen jetzt zur Geltung kämen, beschreibt er. Er sei glücklich, dass er so etwas noch zustande gebracht habe.


Sorgen um das Gebäude-Ensemble

Doch bei aller Freude, gibt es auch Kummer mit dem sich der 92-Jährige im Moment konfrontiert sieht. Denn die Corona-Pandemie habe auch den Inhabern des angrenzendes Restaurants zugesetzt, so dass es momentan nicht mehr betrieben wird – und sogar vor dem Abriss steht.

„Die haben ein neues Konzept aufgestellt, das bedeutet, dass man die Gebäude abreißen würde und drei Wohngebäude für mehrere Familien errichtet. Dass dann der Park, also alles was hier an grünen Dingen wächst, alles verschwinden würde und die Gebäude, die über Jahrzehnte gewachsen sind, inklusive dem Atelier, das direkt an das Museum anschließt", schildert Schwiegersohn Rolf Simon die Situation.

Auch wenn das Kunstmuseum erhalten bleibt, bedrückt es den Maler doch sehr, dass sein geliebtes Atelier und der inspirierende Garten sozusagen dem Kapital zum Opfer fallen soll.

„Wir brauchen ja auch die Kunst und auch Menschen, die sich da auch wirklich stark machen. Wir brauchen alle unser Auskommen, aber irgendwie, wenn eine Familie so lang etwas erarbeitet hat, macht man das nicht in zwei Jahren kaputt", erklärt Manfred Luz betroffen.

Unterstützt wird Manfred Luz von seiner Tochter Christiane und seiner Enkelin Elena. Sie alle hoffen, dass es eine Einigung geben wird, so dass das Lebenswerk von Manfred Luz erhalten bleiben kann.


In der Ruhe liegt die Kraft

Zusammen mit seinen Gästen konnte sich der rüstige Maler an diesem Abend dann noch in Ruhe austauschen und verriet unter anderem auch, wo er seine scheinbar unerschöpfliche Energie her nimmt.

„Die innere Besinnung und aus der schöpft man in der Ruhe und in der Einsamkeit die Kraft. Also ich war ja zwei Mal verheiratet, aber seit ich jetzt ganz alleine bin, gehe ich den eigenen Weg", so Luz.

Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, mehr über das Leben und die 70-jährige Schaffensperiode des Malers zu erfahren, haben Sie am Sonntag von 11 bis 17 Uhr Zeit, das Kunstmuseum zu besuchen und auch die Filmdokumentation vor Ort anzuschauen.


Quelle: https://www.rtf1.de/news.php?id=32942