Kindheit: 1930 - 1946

1930

Manfred Luz wird am 2. Mai als Sohn der Eheleute Christian und Frida Luz in Entringen, Kreis Tübingen geboren. Sein fünf Jahre älterer Bruder Wilhelm wurde am 2. Juni 1925 geboren.


Der Vater betreibt eine kleine Landwirtschaft und verdient im Steinbruch (Gipswerk) bei Entringen ein Zubrot für die Familie.

Steinbuch bei Entringen - 1955


Die finanziellen Verhältnisse der Familie sind bescheiden. Beide Söhne helfen von früh an bei der Bewirtschaftung der Felder und bei der Viehhaltung mit. Die Familie wohnt in einem einfachen Bauernhaus mit angrenzender Scheune in der Kirchstraße 24, nahe St. Michael, im Ortskern von Entringen.




1937 - 45

Besuch der Volksschule in Entringen.



1939

Infolge der Mobilmachung wird der Vater zum Militärdienst in Tübingen eingezogen. Die an sich schon beschwerlichen Lebensumstände der Familie verschlechtern sich durch das Fehlen des Vaters. Die Mutter und die beiden Söhne sind auf sich alleine gestellt. Die harte Arbeit auf Hof und Feld, die Sorge für die beiden Söhne und die Angst um den Mann sind für die Mutter eine große körperliche und seelische Belastung, der sie nicht lange Stand halten kann.


Nach kurzer schwerer Krankheit stirbt die Mutter. Christian Luz wird vom Militärdienst befreit. Er arbeitet wieder als Landwirt und im Gipswerk. Der neunjährige Sohn Manfred ist vor allem für die Arbeiten im Haushalt zuständig. Er kocht und bringt dem Vater das Mittagvesper in den nahegelegenen Steinbruch.


1940

Wiederverheiratung des Vaters mit Marie Gauß aus Entringen.



1943

Im Februar wird der 17jährige Bruder zum Kriegsdienst eingezogen. Er erkrankt nach kurzer Zeit an Lungenentzündung und stirbt wenige Wochen später.

Der Verlust der Mutter, der frühe Tod des Bruders und die mehr aus Not denn aus Liebe geschlossene Ehe des Vaters, werfen tiefe Schatten auf die Kindheit des jungen Luz.



1945 - 46

Kurz vor Kriegsende wird der Vater noch zum Dienst an der Front abkommandiert, nachdem er wegen angeblich antinazistischer Äußerungen angezeigt worden war. Er überlebt die Strapazen des letzten Aufgebots und auch die Gefangenschaft in Nevers, Mittelfrankreich. 1946 kehrt er nach Hause zurück.